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Die Nachfrage nach getreidefreiem Hundefutter hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Immer mehr Hundehalter greifen zu Produkten, die ohne Weizen, Mais oder andere Getreidearten auskommen. Der Trend wird oft mit gesundheitlichen Vorteilen für den Hund begründet, aber auch mit der Annahme, dass Getreide für Hunde grundsätzlich ungeeignet ist.
Ist getreidefreie Ernährung wirklich sinnvoll oder nur ein Hype? Während einige Hunde mit Verdauungsproblemen oder Futtermittelunverträglichkeiten von einer getreidefreien Ernährung profitieren können, bleibt die Frage, ob dies für alle Hunde notwendig ist. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen unterschiedliche Ergebnisse, und auch unter Ernährungsexperten gibt es keine einheitliche Meinung.
Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile einer getreidefreien Fütterung und hilft dabei, eine fundierte Entscheidung für den eigenen Hund zu treffen.

Getreidefreie Ernährung für Hunde – hype oder sinnvoll?
Ist Getreide für Hunde schädlich?
Die Debatte darüber, ob Hunde Getreide gut verdauen können oder nicht, ist weiter im Gange. Oft wird behauptet, dass Hunde von Natur aus Fleischfresser seien und ihr Verdauungssystem nicht für pflanzliche Kohlenhydrate ausgelegt sei. Tatsächlich stammen Hunde von Wölfen ab, die Fleischfresser sind. Durch die Domestizierung haben sich ihre Ernährungsbedürfnisse über Jahrtausende hinweg jedoch angepasst.
Untersuchungen zeigen, dass Hunde Enzyme zur Stärkeverdauung produzieren können. Das bedeutet, dass sie durchaus in der Lage sind, Kohlenhydrate aus Getreide zu verwerten. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Getreides. Hochwertige Getreidequellen wie Vollkornreis oder Hafer sind leichter verdaulich. Andere Getreidearten (Weizen, Mais) oder billige Füllstoffe wie Weizenkleber (Gluten) können hingegen Verdauungsprobleme verursachen.
Eine weitere offene Frage ist, ob Getreide grundsätzlich Allergien oder Unverträglichkeiten auslöst. Dies ist nicht bei jedem Hund der Fall, jedoch möglich. Gleichzeitig können ebenso oft tierische Proteine, insbesondere von Fleisch aus Massentierhaltung, Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten hervorrufen. Dennoch gibt es Hunde, die sensibel auf bestimmte Getreidesorten reagieren, weshalb eine Umstellung auf getreidefreies Futter in solchen Fällen sinnvoll ist.
Vorteile einer getreidefreien Ernährung
Getreidefreies Hundefutter kann vielen Fällen vorteilhaft sein, etwa für Hunde mit
- Übergewicht
- Gelenkproblemen wie Arthrose und Arthritis,
- Diabetes
- Futtermittelunverträglichkeiten und Futterallergien
- Epilepsie
- empfindlichem Magen-Darm-Trakt
- Durchfall
- Haut- und Fellproblemen
- oder Autoimmunerkrankungen.
Viele Hundehalter berichten, dass ihre Vierbeiner nach der Umstellung auf eine getreidefreie Ernährung weniger Verdauungsprobleme, kein Jucken und Kratzen mehr, ein glänzenderes Fell und mehr Energie haben, oder wieder besser laufen können.
Ein wesentlicher Punkt ist, dass Getreide fast ausschließlich aus kurzkettigen Kohlenhydraten besteht, die schnell in Zucker umgewandelt werden. Dieser blockiert nicht nur die Aufnahme von Vitamin C, sondern erfordert zum Abbau auch viele weitere Vitamine, Antioxidantien und andere Nährstoffe. Diese fehlen an anderer Stelle, und so kann es zu einer verstärkten Entzündungsneigung kommen.
Außerdem lassen die kurzkettigen Kohlenhydrate aus Getreide den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und führen damit zu einer starken Insulinausschüttung. Über Wochen und Monate hinweg kommt es so zu einem ständig erhöhten Insulinspiegel und irgendwann zu einer Insulinresistenz der Körperzellen. Diese kann zu Gewichtszunahme und letztendlich Diabetes führen, sowie ebenfalls zu einer erhöhten Entzündungsneigung beitragen.
Ein weiterer Punkt ist, dass getreidefreies Futter oft einen hohen Gemüseanteil sowie auf alternative Kohlenhydratquellen wie Süßkartoffeln oder Hülsenfrüchte setzt. Diese sind nicht nur leicht verdaulich, sondern liefern auch wertvolle und sehr gut bio-verfügbare Vitamine und Ballaststoffe.
Getreide hingegen enthält kaum verdauliche Nährstoffe. Auch das enthaltene Eiweiß kann von Hunden schlechter aufgenommen werden. Besonders für Hunde mit Glutenunverträglichkeit kann eine Umstellung auf getreidefreies oder glutenfreies Futter eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bedeuten.
Zudem kann getreidefreies und glutenfreies Futter dazu beitragen, das Risiko von Übergewicht zu reduzieren, wenn stattdessen hochwertige Proteine und gesunde Fette verwendet werden. Durch eine ausgewogene Zusammensetzung kann es helfen, das Immunsystem zu entlasten und Haut- sowie Fellprobleme zu lindern.
Wichtig ist jedoch, dass nicht automatisch jedes getreidefreie Futter gesund ist. Die Gesamtzusammensetzung der Nährstoffe und die sonstigen Zutaten bleiben entscheidend – denn wenn Fleisch aus Massentierhaltung, mit Pestiziden belastetes Gemüse und entzündungsfördernde Pflanzenöle verwendet werden, kann das Futter trotz fehlendem Getreide den Organismus stark belasten.
Mögliche Nachteile und Risiken
Obwohl getreidefreies Hundefutter viele Vorteile hat, gibt es auch potenzielle Nachteile, die beachtet werden sollten. Einige getreidefreie Futtersorten setzen auf einen sehr hohen Anteil an Proteinlieferanten, etwa 80% Fleisch und Innereien, was nicht für jeden Hund optimal ist. Ein zu hoher Eiweißanteil im Futter kann ältere Hunde oder Hunde mit Nierenproblemen belasten. Gleichzeitig verbleiben so nur noch wenige Prozent für Gemüse, Obst, Kräuter oder Öle. Hieraus kann ein Mangel der darin enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und weiteren Nährstoffe resultieren. Werden diese dann noch durch künstliche zugesetzt, ist der Nährwert des Futters stark in Frage zu stellen.
Ein weiteres mögliches Problem ist, dass einige Hersteller das Getreide durch große Mengen Hülsenfrüchte oder Kartoffeln ersetzen, die in großen Mengen ebenfalls nicht optimal sind. So gibt es Hinweise darauf, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Erbsen oder Linsen mit bestimmten Herzproblemen bei Hunden in Verbindung stehen könnte.
Deshalb ist es wichtig, nicht allein auf das Label „getreidefrei“ zu achten, sondern die gesamte Nährstoffzusammensetzung des Futters zu prüfen und sicherzustellen, dass es den Bedürfnissen des Hundes entspricht.
Fazit: Für welche Hunde ist eine getreidefreie Ernährung sinnvoll?
Ob getreidefreies Futter die richtige Wahl ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen des Hundes ab. Hunde mit nachgewiesenen Getreideunverträglichkeiten oder empfindlichem Verdauungssystem können von einer Umstellung profitieren. Auch bei Hautproblemen oder Allergien kann es sinnvoll sein, getreidehaltige Futtermittel zu meiden und auf Fleisch, Gemüse sowie moderate Mengen alternativer Kohlenhydratquellen zu setzen.
Getreidefrei bedeutet dabei nicht automatisch gesünder. Entscheidend ist, dass das Futter eine ausgewogene Mischung aus hochwertigen und damit gut verwertbaren Proteinen, gesunden Fetten sowie Gemüse, Obst und Kräutern für natürliche Vitamine und Mineralstoffe enthält. Minderwertige Zutaten wie Innereien und Fleisch aus Massentierhaltung, pestizidbelastetes Gemüse oder ein übermäßiger Anteil an Hülsenfrüchten können langfristig gesundheitliche Probleme verursachen.
Die beste Strategie ist, das Futter nach Qualität und natürlichen Nährstoffen auszuwählen – unabhängig davon, ob es Getreide enthält oder nicht. Wer sich unsicher ist, kann Rücksprache mit einem Ernährungsberater für Hunde halten, um eine individuell passende Fütterung zu finden.
Wer sich weiter mit gesunder Hundefütterung beschäftigen möchte, findet in diesem Artikel eine Übersicht zu ungesunden Hundefutter-Zutaten, die in jedem Fall gemieden werden sollten.