Hundewissen
Gesunde Ernährung, typische Erkrankungen und Fragen aus dem Alltag: In der Rubrik „Hundewissen“ bündeln wir fundiertes Experten-Know-how, wichtige Hintergrundinformationen und wertvolle Tipps – verlässlich, verständlich und zu 100 % im Hundealltag erprobt.
24 Dez 2016
Ein gesundes Hundeleben beginnt mit dem richtigen Futter – doch nicht jedes Futter wird von jedem Hund gleich gut vertragen. Immer häufiger zeigen Hunde Unverträglichkeiten oder Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe, was zu unterschiedlichsten Beschwerden führen kann.
Doch was unterscheidet eine echte Futtermittelallergie von einer einfachen Futterunverträglichkeit? Der folgende Artikel erläutert die wichtigsten Merkmale, typische Symptome sowie bewährte Strategien zur Ermittlung geeigneter Futtermittel – für mehr Wohlbefinden und Lebensfreude im Alltag.
Futtermittelallergie vs. Futterunverträglichkeit
Futtermittelallergie
Bei der Futtermittelallergie reagiert der Organismus mit einer Immunabwehrreaktion auf bestimmte Bestandteile des Futters. Häufig sind Hunde nur auf max. 2 Bestandteile allergisch, seltener auf 3 oder mehr. Diese heraus zu finden ist Aufgabe einer Ausschlussdiät oder einer Blutuntersuchung.
Normalerweise wird die Allergie durch ein Protein als Allergen ausgelöst - dieses kann aus Getreide, Fleisch oder anderen Zutaten stammen (siehe weiter unten Häufigste Auslöser von Futtermittelallergien). Daher folgt auch, dass eine Allergie auf Gemüse oder Obst erheblich seltener auftritt.
Die Allergie entwickelt sich erst über die Zeit bei häufigem Kontakt mit dem Allergen (dem Nahrungsbestandteil, auf den die allergische Reaktion erfolgt. Sie ist also nicht angeboren, auch wenn eine (genetische) Prädisposition vorliegt.
Es kommt häufig vor, dass Hunde eine bestimmte Getreide- oder Fleischsorte womöglich jahrelang vertragen haben - und plötzlich allergisch darauf reagieren. Daher ist es wichtig, sämtliche Bestandteile deiner Nahrung mittels der Ausschlussdiät zu testen.
Bei der Futtermittelallergie muss der auslösende Stoff dann oft ein Leben lang gemieden werden.
Futterunverträglichkeit
Bei der Futterunverträglichkeit werden bestimmte Bestandteile des Futters ebenfalls nicht vertragen, das Immunsystem reagiert jedoch nicht mit einer Abwehrreaktion. Stattdessen kann das Futter nicht richtig verdaut werden - demnach entstehen Probleme im Magen-Darm-Trakt, die auch sehr schmerzhaft sein können.
Wie beim Menschen kann bei einer Futterunverträglichkeit eine Elimination der auslösenden Stoffe in der Nahrung über einen längeren Zeitraum sogar dazu führen, dass dieser Stoff später wieder einigermaßen vertragen wird!
Symptome bei Futtermittelallergien
Bei einer Futterallergie ist der Darm chronisch entzündet, es kommt zu Verdauungsstörungen mit Durchfall und Blähungen, seltener auch Erbrechen.
Dadurch können auch Nährstoffe nicht mehr richtig aufgenommen werden - so dass es zu Nährstoffmangel und damit auch zu einer weiteren Schwächung des Immunsystems kommen kann - was Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann.
Außerdem zeigen sich fast immer Hauterkrankungen und sehr oft Ausfluss an den Ohren.
An den Pfoten und unter den Achseln bestehen Juckreiz und teilweise rote, wunde Stellen. Das Problem daran ist, dass Hunde an diesen Stellen schlecken, was sie noch wunder macht - und außerdem die Haut schwächt und dadurch vermehrt anfällig für Entzündungen macht.
Häufigste Auslöser von Futtermittelallergien
Einige Getreidesorten: Weizen, Mais, Soja (leider werden gerade diese in sehr vielen Hundefuttern verwendet)
Bestimmte Fleischsorten: u. a. Schwein, Geflügel, Rind
Kuhmilchprodukte: Milch, Käse, etc. (seltener bei vergorenen Milchprodukten wie Hüttenkäse, Quark oder Joghurt)
Diagnose mit der Ausschlussdiät
Zunächst gilt es natürlich, herauszufinden, wogegen deine Allergie besteht. Dies kann ggf. mit diversen Verfahren vom Tierarzt festgestellt werden (wobei auch diese Verfahren keine 100%ige Sicherheit bringen) - oder mit der bereits erwähnten Allergieausschlussdiät.
Diese erscheint zwar oft mühsamer und zeitaufwendiger (5 bis 10 Wochen sollten mindestens angesetzt werden), lohnt sich jedoch auf mehrfache Art und Weise: Einerseits bewirkt sie gerade am Anfang eine schnelle Linderung der Beschwerden, da hier nur noch eine Fleischsorte und ein Kohlenhydratlieferant gefüttert wird - auf die dann meist keine Allergiesymptome auftreten. Andererseits merkt man relativ schnell beim Einführen einer neuen Futterzutat, ob einer Allergie dagegen besteht - oder eben nicht, wodurch sie als Auslöser ausgeschlossen werden kann (daher die “Ausschlussdiät”).
Zu Beginn sollte nur eine Kohlenhydratquelle sowie eine Fleischsorte verwendet werden, die der Hund noch nie gefressen hat - so ist eine allergische Reaktion darauf sehr unwahrscheinlich.
Das Problem daran ist oft: Wie kann man das wissen? Denn: Leider ist im Großteil aller Hunde- und Katzenfutter nicht nur eine, sondern mehrere Proteinquellen enthalten. Vor allem sind diese oft gar nicht auf der Verpackung deklariert - sondern werden unter der Bezeichnung “Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” zusammengefasst.
ei anderen Herstellern steht auf dem Etikett etwas wie “Strauß” - und bei genauerem Studium der Zutaten entdeckt man dann, dass auch noch Huhn oder Rind enthalten ist.
Zwei Beispiele:
Ein vermeintlich hochwertiges Futter, das als “Lachs mit Hühnchen” bezeichnet wird, dann jedoch bei genauerer Betrachtung aus “Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4% Huhn und 4% Lachs)” besteht - kann 92% andere Fleischsorten (Schwein, Rind, etc.) enthalten - ohne dass diese deklariert werden müssten.
Wieder andere werben übrigens mit Aussagen wie “50% Fleischanteil” - in Wirklichkeit besteht das Futter jedoch aus mehr Innereien als (wenn überhaupt) tatsächlichem Muskelfleisch. Ersteres ist gesetzlich ganz legal erlaubt, letzteres nicht genau definiert.
Es macht Sinn, einfach den Hersteller des aktuellen Hundefutter zu testen - durch einen genauen Blick auf die Zutaten.
Was können Hunde bei einer Futtermittelallergie noch fressen?
Da die Futtermittelallergie meist gegen bestimmte Getreide- oder Fleischsorten besteht, ist ein Ausschluss derselben oft relativ leicht.
Natürliches Futter
Das beste Mittel bei Futterallergien ist eine natürliche Ernährung mit hochwertigen, gesunden Zutaten - am besten selbst gekocht. Interessanterweise vertragen Hunde, auch wenn eine Allergie bei bestimmten Zutaten besteht, diese oft trotzdem, wenn sie in Form eines natürlichen Futters gefüttert werden. Enthält dieses keinerlei synthetische Zusatzstoffe, und sind dafür alle Zutaten (insbesondere das Fleisch) hochwertig, kann es durchaus vorkommen, dass alles gut vertragen wird.
Verzicht auf Getreide
Als erstes sollte auf Getreide (wie Weizen, Mais und Soja) verzichtet werden - und auf Futter, das Getreide enthält, was leider gerade bei Trockenfutter sehr häufig der Fall ist. Getreidefreies Hundefutter ist hier die bessere Wahl.
Kartoffeln oder Süßkartoffeln werden meist gut vertragen - in kleinen Mengen, da Kohlenhydrate allgemein für Hunde nur zu einem sehr geringen Anteil auf dem Speiseplan stehen sollten.
Verzicht auf bestimmte Fleischsorten
Außerdem werden nach und nach Hirsch, Pferd (wenn man dagegen nichts einzuwenden hat) oder andere exotischere Fleischsorten (wie Känguru, Büffel, Ziege, Fasan, Strauß, etc.) auf Verträglichkeit getestet.
Verzicht auf jegliche Zufütterung unbekannter Snacks
Gerade bei Leckerlies sind oft "tierische Nebenerzeugnisse" enthalten - bei denen nie klar ist, woraus sie genau bestehen. Eine Ernährung ohne sie über einige Wochen schließt mögliche Allergenquellen aus. Anschließend können wieder Snacks eingeführt werden, bei denen alles genau deklariert ist und die aus hochwertigen Zutaten bestehen.
Tipps für eine Ausschlussdiät
Weiter geht es mit dem Artikel Tipps für eine Ausschlussdiät für Hunde bei Allergien und Futterunverträglichkeiten
Eigelb, Eiweiß und Eierschale - ideal für Hunde
17 Aug 2016
"Hunde würden Eier essen"
Eier gehören zu den idealsten Nährstofflieferanten - nicht nur für Hunde. Deshalb sind sie eine tolle Ergänzung für dein Futter, die du dir ein- bis zweimal die Woche gönnen kannst. In jedem ihrer Bestandteile stecken wertvolle Nährstoffe - auf die wir hier ein wenig eingehen wollen.
Eiweiß für Hunde
Im Eiklar (und interessanterweise noch mehr im Eigelb, siehe unten) enthalten Eier ernährungsphysiologisch besonders hochwertiges und gut verdauliches Eiweiß - mit vielen essentiellen (vom Organismus nicht selbst hergestellten) Aminosäuren. Somit kann es vom Körper ideal aufgenommen und genutzt werden - denn hochwertiges Eiweiß ist wichtig für alle Stoffwechselvorgänge, das Immunsystem und zum Muskelaufbau.
Nach der Muttermilch hat das Protein aus Eiern die höchste Bio-Verfügbarkeit aller Eiweißquellen:
48% des Eiweißes aus Eiern wird im Körper umgesetzt
Bei Fleisch sind es nur 31%, bei Soja 17%, bei Milchprodukten 15%
Ganz wichtig: Niemals rohes Eiweiß für Hunde! Weiter lest ihr, warum - und wie man es stattdessen ganz bedenkenlos füttern kann.
Eigelb für Hunde
Gleichzeitig enthält das Eigelb nicht nur fast alle lebenswichtigen Nährstoffe (siehe auch untenstehende Tabelle) - sondern erstaunlicherweise sogar mehr Protein als das Eiweiß :)
Glänzendes Fell und gesunde Haut - durch Biotin, Zink, Selen, Folsäure, Eisen und Vitamin D
Verhinderung nachlassender Sehschärfe und Schutz der Augenhornhaut - durch Vitamin A
Bessere Augengesundheit - durch Lutein & Zeaxanthin
Mehr Sättigung und dadurch Unterstützung beim Gewichtsverlust - durch gesunde Fettsäuren
Hormonbildung & Vitamin D Produktion - durch gesundes Nahrungs-Cholesterol
Haarwachstum & Verhinderung von Schuppenbildung - durch Selen
Enzymbildung, Proteinsynthese & Haarwachstum - durch Zink
Verbesserte Knochengesundheit, Knochenstoffwechsel & Vermeidung von Osteoporose - durch Vitamin D, Ph & Ca
Sauerstofftransport, Fellgesundheit - durch Eisen
Durch B-Vitamine:
Unterstützung der Gehirnentwicklung & Wirbelsäule im Wachstum
Cholesterin-Regulation
Verbesserte Wundheilung
Reduktion von
Atherosklerose und Herz-Erkrankungen
Arthritis & Arthrose
Hauterkrankungen
Degenerativen Gehirnerkrankungen
Blutarmut
Zusätzlich liefert das Eigelb gesunde Omega-3 Fettsäuren, die
anti-entzündlich wirken
das Herz-Kreislauf-System vor Blutgerinnseln & Gefäßverengung schützen
den Blutdruck und die Herzfrequenz senken
sowie die Netzhaut schützen
Eierschale für Hunde
Eierschale ist ein natürlicher Kalzium-Lieferant. Das schöne an natürlichem (im Gegensatz zu synthetischem) Kalzium ist, wie auch bei allen anderen natürlichen Nährstoffen, dass sich dein Körper bei der Verdauung genau die Menge aus dem Futter holen kann, die er braucht. Ein- oder zweimal die Woche über’s Futter zerbröselt liefert Eierschale für die Hunde unter euch, die keinen Kalzium-Überschuss (aus einem evtl. damit überfrachtetem Futter) haben, eine schöne Ergänzung dieses Nährstoffs (eine andere wäre natürlicher Algenkalk).
Nährstoffgehalt im Ei
Ein Ei, insbesondere das Eigelb, enthält unglaublich viele Vitamine und Mineralstoffe. Folgende Nährstoffe sind in einem normalen, mittelgroßen Ei durchschnittlich enthalten:
Vitamin A
141µg
Natrium
75mg
Vitamin E
1,0mg
Kalium
76mg
Vitamin B1
0,07mg
Calcium
28mg
Vitamin B2
0,21mg
Phosphor
111mg
Niacin
0,1mg
Magnesium
6mg
Vitamin B6
0,04mg
Eisen
1mg
Vitamin C
0mg
Jod
10µg/100g
Vitamin D
2,93µg/100g
Fluor
110µg/100g
Vitamin K
47,5µg/100g
Zink
1350µg/100g
Pantothensäure
1,6mg/100g
Kupfer
65µg/100g
Biotin
25µg/100g
Mangan
71µg/100g
Folsäure
67µg/100g
Chrom
3µg/100g
Vitamin B12
1,86µg/100g
Selen
10µg/100g
Quellen: Die große GU Vitamin und Mineralstofftabelle. Ibrahim Elmadfa und Doris Fritzsche; Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle, Waltraute Aign, Erich Muskat, Ibrahim Elmadfa, Doris Fritzsche; beide Verlag Gräfe & Unzer
“One egg a day keeps the doctor away…”
Mehrmals die Woche (oder bei größeren Hunde sogar bis zu Einmal täglich) ein Ei tut jedem Hund gut (falls er nicht gerade gegen Hühnereiweiß allergisch ist).
Bei Zubereitung und Verzehr sollten noch ein paar Dinge beachtet werden:
Immer Bio-Eier verwenden (die kauft ihr sicher sowieso ausschließlich ;-)
Der geringe Aufpreis ist die natürliche Nahrung, welche die Hühner bekommen, und die stressfreiere und antiobiotika-ärmere (bzw. freie) Haltung in jedem Fall wert.
Das Ei immer trennen - so dass ihr danach die drei Bestandteile Eigelb, Eiklar und Schale habt.
Das Eigelb wird immer roh gefüttert - so bleiben alle Vitamine zu 100% erhalten. Es enthält im Prinzip alles, was man sich an natürlichen Vitaminen und Mineralstoffen vorstellen kann, hat insbesondere einen hohen Biotin-Gehalt, und ist zusätzlich auch noch reich an gesunden Fetten.
Das Eiweiß muss abgekocht werden. Es enthält im rohen Zustand Avidin, welches die Biotin-Aufnahme im Körper hemmt - jedoch ganz einfach durch Erhitzen zerstört wird. Dafür geben wir das Eiweiß immer in eine Tasse, gießen es mit kochend heißem Wasser auf und rühren ein paar mal um.
Die Eierschale zerbröselt man am besten möglichst klein - nicht jeder mag große Eisplitter im Fressi ;- ) Sie kann ebenfalls kurz überbrüht werden - das schadet bei ein paar evtl. vorhandenen Salmonellen nichts - auch wenn wir persönlich noch nie einen Hund gesehen haben, der damit Problem hatte (kein Wunder bei der hochkonzentrierten Magensäure, die ihr habt ;-) Wie auch immer - so ist man jedenfalls ganz sicher, dass wirklich nichts mit ins Futter kommt, was da nicht hin soll :-)
Enjoy the eggs - live long and prosper ;-)
Marcus, Nero & Guapo
und euer Team von Alpha Natural - Naturkost für Tiere
