FAQ´S von Alpha Natural
Hier beantworten wir häufig gestellte Fragen. Deine Frage ist nicht dabei? Dann schreib uns gerne ein E-Mail an: info@alphanatural.de.
Häufige allgemeine Fragen zur Hundeernährung
Frage:
Soweit ich mich erinnern kann, haben Innereien verschiedene Vitamine, die der Hund braucht. Meine Frage ist: Sind im Futter alle Vitamine, die der Hund braucht, vorhanden, sodass man keine extra Vitamine mehr hinzufügen muss?
Antwort:
Vielen Dank für diese sehr aufmerksame und berechtigte Frage. Es ist absolut korrekt, dass Innereien (wie Leber) in der Natur als Speicherorgane für bestimmte Vitamine (z. B. Vitamin A und D) und Spurenelemente fungieren. Dennoch hat der bewusste Verzicht darauf in unseren Menüs gute ernährungsphysiologische Gründe.
Hier ist der Hintergrund, warum die Bedarfsdeckung auch – und oft sogar sicherer – ohne Innereien funktioniert:
1. Die Problematik der "Filterorgane"
Leber und Nieren sind die zentralen Filter- bzw. Entgiftungsorgane des Körpers. Sie filtern Schadstoffe, Medikamentenrückstände, Mikroplastik und Schwermetalle aus dem Organismus. Gerade in der heutigen Zeit, selbst bei schonender Aufzucht der Nutztiere, die das Fleisch liefern, können sich in diesen Organen Belastungen anreichern.
Der Wolf in der freien Wildbahn fraß zwar Innereien, allerdings war seine Umwelt vor Jahrhunderten noch nicht mit den heutigen Umweltgiften belastet - und schon gar nicht mit Antibiotikaresten und Pestiziden im Fleisch. Zudem standen Innereien nicht täglich auf dem Speiseplan, sondern nur direkt nach dem Jagderfolg.
2. Risiko der Überversorgung und Verdaulichkeit
- Vitamin-A-Überschuss: Leber enthält extrem viel Vitamin A. Eine tägliche Fütterung kann hier schnell zu einer Überversorgung (Hypervitaminose) führen, die Knochenveränderungen und Hautprobleme verursachen kann.
- Minderwertiges Gewebe: Andere Innereien wie Lunge oder Magen dienen in vielen Futtermitteln oft als günstiger Füllstoff. Sie besitzen viel schwer verdauliches Bindegewebe, aber eine deutlich schlechtere biologische Wertigkeit als Muskelfleisch. Das bedeutet: Der Hund kann das Protein schlechter verwerten, was den Stoffwechsel belastet.
3. Die saubere Alternative: Wie wir Vitamine decken
Unsere Philosophie setzt auf reines Muskelfleisch als hochwertigste Proteinquelle mit der besten Verdaulichkeit.
Damit dennoch alle Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Menge vorhanden sind, wird dieser Fleischanteil durch eine präzise abgestimmte Mischung ergänzt:
- Hochwertige Öle: Liefern essenzielle Fettsäuren, Vitamin A, D und E.
- Nährstoffreiche Algen & Kräuter: Diese natürlichen Komponenten (wie Seealgen) liefern Jod, Mineralien und Spurenelemente in einer sehr reinen, unbelasteten Form.
- Gemüse & Obst: Sorgen für natürliche Vitamine und Faserstoffe.
Fazit:
In den Alpha Natural Menüs sind durch diese Komposition alle Vitamine und Nährstoffe enthalten, die ein gesunder Hund benötigt. Es müssen keine zusätzlichen Vitamine hinzugefügt werden.
Der Verzicht auf Innereien ist hierbei kein Mangel, sondern eine bewusste Entscheidung für eine schadstoffärmere und leichter verdauliche Ernährung. Das Ziel ist es, den Körper maximal mit Nährstoffen zu versorgen, ohne ihn gleichzeitig mit den Abbauprodukten aus Filterorganen zu belasten.
Herzliche Grüße
Marcus Abenthum
und das Team von Alpha Natural
Ja, das tritt, gerade beim Hirsch, teilweise häufiger auf - hat jedoch einen ganz einfachen Hintergrund: Dass der Inhalt beim Öffnen etwas aus der Dose quillt, ist tatsächlich kein Produktionsfehler, sondern ein Resultat aus unserer Füll-Philosophie und physikalischen Prozessen bei Naturprodukten.
Hier sind die Hintergründe kurz erklärt:
1. Der „Sicherheitszuschlag“ beim Gewicht
Um das angegebene Nettogewicht (z. B. 400 g oder 800 g) unter allen Umständen zu garantieren, wird bei der Abfüllung stets etwas mehr in die Dose gegeben als auf dem Etikett steht.
Da wir keine homogene Masse oder Pulver verarbeiten, sondern ungleich große Fleischstücke und Gemüsewürfel, kann das Volumen bei der maschinellen Abfüllung minimal schwanken. Damit am Ende niemals zu wenig in der Dose landet, wird lieber etwas zu viel eingefüllt. Dieser „Gut-Gemeint-Zuschlag“ sorgt für einen hohen Fülldruck.
2. Verzicht auf künstliche Bindemittel
In vielen konventionellen Futtersorten sorgen chemische Zusätze oder große Mengen an Bindemitteln dafür, dass die Masse künstlich „kompakt“ gehalten wird. Da wir auf solche Hilfsmittel verzichten und 100 % Naturzutaten nutzen, verhält sich der Inhalt dynamisch. Fleischsaft und Zellwasser dehnen sich je nach Temperatur aus.
3. Thermische Einflüsse und Lagerung
Dosenfutter wird unter Druck und Hitze gegart (autoklaviert). Je nach Lagerungstemperatur (z. B. an warmen Orten oder in der Küche) dehnt sich der Inhalt – insbesondere die Flüssigkeit und das Fleisch – leicht aus. Da in der Dose keine „Luft nach oben“ ist (siehe Punkt 1), sucht sich der Inhalt beim ersten Einstich des Dosenöffners den Weg des geringsten Widerstands: nach außen.
Tipps für die Handhabung:
Eine Lagerung an einem kühlen Ort (Keller oder Speisekammer) sorgt oft dafür, dass sich die natürliche Flüssigkeit im Futter etwas zusammenzieht und der Innendruck sinken kann. Sollte das Futter dennoch überquellen, aber vollkommen normal und frisch riechen, ist dies lediglich ein Zeichen dafür, dass die Dose bis zum Rand mit hochwertigen Zutaten gefüllt wurde.
Vielen Dank für diese wichtige Nachfrage. Gerade bei Dalmatinern (aufgrund des genetischen Harnsäure-Transportdefekts) oder im Rahmen einer Leishmaniose-Therapie ist der Blick auf die Purinwerte essentiell.
Die gute Nachricht vorweg: Da unsere Philosophie auf der Verwendung von reinem Muskelfleisch basiert, sind alle Menüs von Natur aus besonders purinarm.
Hier sind die Hintergründe und die konkreten Werte:
1. Warum die Purinwerte bei uns so niedrig sind
Purine entstehen beim Abbau von Zellkernen. Besonders reich an Zellkernen sind Innereien (Leber, Niere, Milz) sowie bestimmte pflanzliche Stoffe (Hülsenfrüchte, Hefe).
Da in unseren Menüs konsequent auf Innereien, Haut sowie auf Linsen, Bohnen oder Soja verzichtet wird, bleibt der Puringehalt extrem niedrig, während die Proteinqualität durch das Muskelfleisch hoch bleibt. Auch die Kauartikel bestehen ausschließlich aus purinarmem Muskelfleisch.
2. Die Werte im Vergleich
Hier ist die Übersicht der aktuellen Analysen, sortiert vom niedrigsten zum höchsten Wert:
- Alpha Natural – Bio-Rind Menü: 20 mg Purin / 100 g (Niedrigster Wert)
- Alpha Natural – Naturwild-Hirsch Menü: 22 mg Purin / 100 g
- Alpha Natural – Bio-Ente Menü: 30 mg Purin / 100 g
Fazit:
Das Bio-Rind Menü weist den absolut geringsten Puringehalt auf, wobei auch die anderen beiden Sorten (Hirsch und Ente) in der Fachliteratur als sehr purinarm gelten (Werte unter 40–50 mg werden oft für strenge Diäten empfohlen). Damit eignen sich alle drei Sorten hervorragend für eine nierenschonende und harnsäuresenkende Ernährung.
Gerade weil Zucker in der Tiernahrung oft versteckt eingesetzt wird (z. B. als Karamell zur Färbung von Soßen oder zur Akzeptanzsteigerung), ist ein genauer Blick hier entscheidend.
Die Antwort ist eindeutig: Ja, das Futter ist frei von zugesetztem Zucker.
Hier sind die Details zur Philosophie der "Rezeptur ohne Schnickschnack":
1. Kein Industriezucker oder versteckte Süße
Es wird gänzlich auf die Zugabe von Industriezucker, Melasse, Glukose oder Karamell verzichtet. Diese Stoffe haben in einem artgerechten Hundefutter keinen Platz, da sie die Darmflora (das Mikrobiom) negativ verändern, Karies begünstigen und das Risiko für Übergewicht und Diabetes erhöhen können.
Lediglich das enthaltene Gemüse und Obst bringen von Natur aus minimale Spuren an fruchteigenem Zucker mit, der jedoch physiologisch im Verbund mit Ballaststoffen völlig anders verstoffwechselt wird als isolierter Zucker.
2. Konsequenter Verzicht auf weitere Zusätze
Die Reinheit der Rezeptur geht über den Zucker hinaus. Ebenso wird vollständig verzichtet auf:
- Kein Salz: Natrium ist im Fleisch natürlich enthalten, eine Zugabe belastet nur Nieren und Herz.
- Keine Geschmacksverstärker & Aromen: Ein hochwertiges Menü muss schmecken, weil die Zutaten gut sind, nicht weil Chemie den Geschmack manipuliert.
- Keine Bindemittel & Konservierungsstoffe: Natur pur bedeutet auch, dass keine synthetischen Hilfsstoffe genutzt werden.
Die vollständige und transparente Auflistung aller Zutaten findet sich jederzeit bei den jeweiligen Menüs auf der Webseite. Was nicht draufsteht, ist auch nicht drin.
Frage:
Meine Hündin hat Leishmaniose. Hunde mit dieser Krankheit sollte man purinarm ernähren. Deshalb sollten sie nur reines Muskelfleisch bekommen, keine Haut und auch keine Innereien. Ist es richtig, dass bei euren Menüs nur Muskelfleisch verarbeitet wird, ohne Haut und auch ohne jegliche Innereien?
Antwort:
Vielen Dank für diese wichtige Frage. Die Ernährung eines an Leishmaniose erkrankten Hundes erfordert tatsächlich viel Sorgfalt. Ihre Information ist absolut korrekt: Das Ziel ist eine möglichst purinarme Fütterung, um – insbesondere bei der Gabe des Medikaments Allopurinol – die Bildung von Harnsteinen (Xanthinsteinen) zu verhindern.
Da Purine vor allem in zellkernreichen Geweben vorkommen, stellen Innereien (wie Leber, Niere, Herz) sowie bindegewebsreiche Haut die größten Risikofaktoren dar. Reines Muskelfleisch hingegen weist eine deutlich geringere Purindichte auf.
Zu Ihrer Beruhigung können wir bestätigen: In unseren Menüs wird ausschließlich reines Muskelfleisch verarbeitet. Es wird gänzlich auf Innereien, Haut oder andere tierische Nebenerzeugnisse verzichtet.
Durch diese kompromisslose Auswahl der Rohstoffe liegt der Puringehalt der Menüs in einem Bereich, der als extrem niedrig eingestuft werden kann und sich daher meist hervorragend für eine purinarme Diät eignet.
Hier die konkreten Analysewerte zur Übersicht:
- Alpha Natural – Bio-Rind Menü: 20 mg Purin / 100 g
- Alpha Natural – Naturwild-Hirsch Menü: 22 mg Purin / 100 g
- Alpha Natural – Bio-Ente Menü: 30 mg Purin / 100 g
Zum Vergleich: Viele herkömmliche Futtersorten liegen durch die Verarbeitung von Innereien oft deutlich über diesen Werten, teilweise weit über 100 mg Purin / 100g.
Mit diesen Menüs wird dagegen eine hochwertige Proteinversorgung sichergestellt, ohne den Stoffwechsel unnötig mit Purinen zu belasten.
Alles Gute für Ihre Hündin und einen stabilen Gesundheitszustand!
Häufige Fragen zu Besonderheiten bei der Fütterung von Hunden
Frage:
Was halten Sie von Leitungswasser für Hunde? Wir haben hier die Wasserhärte 9° dH. Sollten wir es, bevor wir es unserem Hund zu trinken geben, lieber mit einem Brita-Filter filtern?
Antwort:
Vielen Dank für diese spannende Frage, die oft unterschätzt wird. Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Ein Härtegrad von 9° dH liegt im mittleren Bereich – das ist für die technische Nutzung (Waschmaschine) relevant, für den Organismus des Hundes ist der Kalkgehalt (Calcium und Magnesium) jedoch meist weniger das Problem als andere, unsichtbare Begleitstoffe.
Hier ist eine Einordnung der verschiedenen Filter-Methoden und der physiologischen Aufgaben von Wasser:
1. Die Problematik von Tischfiltern (Kannenfilter)
Die erwähnten Kannenfilter (wie Brita) arbeiten meist mit Aktivkohle und Ionentauschern. Ihr Hauptzweck ist oft die Geschmacksverbesserung und Kalkreduktion für Tee oder Kaffee.
Aus hygienischer Sicht wird bei der Hundehaltung hiervon oft abgeraten. Das stehende Wasser im Filter sowie die feuchte Filterkartusche selbst können bei Raumtemperatur zu einem idealen Nährboden für Keime und Bakterien werden. Ohne extrem peniblen Wechsel der Kartuschen und Sauberhaltung des Behälters (der dazu oft aus Plastik besteht und so auch die Gefahr von Mikroplastikteilchen im Trinkwasser birgt) ist die bakteriologische Belastung des gefilterten Wassers oft höher als die des ursprünglichen Leitungswassers. Zudem entfernen diese Filter kaum Medikamentenrückstände oder Nitrate.
2. Die hochwertige Alternative: Umkehrosmose
Wer wirklich reines Wasser anbieten möchte, greift meist auf Umkehrosmose-Anlagen zurück. Diese Technik lässt das Wasser durch eine extrem feine Membran diffundieren.
- Reinigungsleistung: Es werden bis zu 99,9 % aller Stoffe entfernt. Dazu gehören nicht nur Kalk, sondern auch Schwermetalle (aus alten Hausleitungen), Medikamentenrückstände, Hormone, Nitrate, Mikroplastik und Bakterien.
- Kosten: Während diese Systeme früher sehr teuer waren, gibt es mittlerweile zuverlässige Untertisch- und auch Auftirsch-Geräte für den Heimgebrauch zu moderaten Preisen ab etwa 300€. Die Osmosemembran muss dann nur alle 1-2 Jahre gewechselt werden, eventuell vorhandene Vorfilter alle 6 Monate, diese sind jedoch sehr günstig.
3. Warum reines, gefiltertes Wasser gesund ist
Oft besteht die Sorge, dass mineralstoffarmes (gefiltertes) Wasser dem Körper schade. Physiologisch betrachtet ist jedoch das Gegenteil der Fall:
- Wasser als Transportmittel: Die Hauptaufgabe von Wasser im Körper ist es, Nährstoffe zu den Zellen zu bringen und – noch wichtiger – Stoffwechselendprodukte („Abfall“) abzutransportieren. Gerade letztere Fähigkeit ist umso höher, je weniger Stoffe im Wasser enthalten sind - je "leerer" es ist, desto höher ist seine Bindungsfähigkeit. So kann es Gifte und Säuren erheblich effektiver aufnehmen und über die Nieren ausleiten.
- Mineralienversorgung: Der Bedarf an Mineralien wie Calcium oder Magnesium wird primär über die feste Nahrung (Fleisch, Knochen, Gemüse) gedeckt. Die in Wasser gelösten Mineralien liegen oft in anorganischer Form vor, die vom Organismus ohnehin schlechter verwertet werden kann als die organischen Verbindungen aus dem Futter. Zusätzlich haben auch die reichhaltigsten Mineralwässer einen so geringen Gehalt an Mineralien, dass 5 bis 10 Liter am Tag nötig wären, um den Mineralstoffbedarf auch nur annähernd zu decken.
Fazit für den Alltag:
Bevor ein einfacher Kannenfilter genutzt wird (mit der Gefahr der Verkeimung), ist frisches, ungefiltertes Leitungswasser meist die hygienischere Wahl – vorausgesetzt, es gibt keine Bleileitungen im Haus.
Wer die Wasserqualität jedoch auf ein Optimum heben und nicht nur den eigenen Körper, sondern auch den der Familie und des Hundes bei der Entgiftung unterstützen möchte, findet in der Umkehrosmose die effektivste Lösung.
Anwärmen des Futters ist allgemein eine gute Methode bei zögerhaften Essern - mindestens Raumtemperatur sollte es haben, also nicht direkt aus dem Keller oder Kühlschrank kommen, es darf aber auch keinesfalls zu heiß sein! Hunde schlingen ihr Futter und würden sich sofort Verbrühungen in Maul, Rachen und Speiseröhre zuziehen! Einen ganz einfachen Test zur richtigen Temperatur kann man mit dem Finger machen - einfach ins Futter stecken, wenn das Futter etwa Raumtemperatur oder etwas wärmer hat, spürt man das sofort. Noch besser als Erwärmen hilft manchmal, das Futter ganz leicht in der Pfanne anzubraten (wichtig: ohne Fett oder Öl). Ein ganz minimaler Anteil Röststoffe schmeckt nämlich besonders gut.
Tatsächlich zerfällt kaltgepresstes Futter bei Kontakt mit Wasser sehr schnell in seine Bestandteile – anders als extrudiertes Futter, das im Magen aufquillt. Dieser schnelle Zerfall ist physiologisch sogar erwünscht, da er die Verdauungsarbeit erleichtert.
Die Sorge, dadurch ginge ein Zahnreinigungseffekt verloren, lässt sich jedoch aus medizinischer und mechanischer Sicht entkräften. Hierzu einige Hintergründe:
1. Der „Keks-Effekt“ bei Trockenfutter
Die Annahme, harte Futterbrocken würden Zahnstein abreiben, ist leider ein
Trugschluss. Die meisten Hunde kauen Pellets kaum, sondern schlucken sie ganz oder knacken sie einmal durch. Selbst beim Zerbeißen zerspringt der Brocken meist nur an der Zahnspitze. Der Zahnfleischrand – genau dort, wo Plaque und Zahnstein entstehen – wird dabei mechanisch gar
nicht berührt. Erschwerend kommt hinzu, dass Trockenfutter oft Stärke (Kohlenhydrate) enthält. Vermischt mit Speichel entsteht ein klebriger Belag, der sich auf den Zähnen absetzt und Bakterien als Nährboden dient. Ein Vergleich aus dem Humanbereich wäre das Essen von Butterkeksen: Auch diese sind hart, reinigen aber keine Zähne.
2. Artgerechte Alternativen für den Zahnabrieb
Für eine effektive mechanische Reinigung und die Stärkung der Kiefermuskulatur eignen sich natürliche Kauartikel deutlich besser.
- Rohe, fleischige Knochen (RFK): Beim Kauen auf weicheren Knochen (z.B. vom Lamm, Kalb oder Geflügel) oder Knorpeln müssen die Zähne tief in das Material eindringen. Roh dürfen alle Knochen gefüttert werden, sie sind eher weich - gekocht jedoch niemals!
- Rohes Fleisch und getrocknete Fleischstreifen: Größere Stücke rohes Fleisch und getrocknete Fleischstreifen wirken wie natürliche Zahnseide. Die Fleischfasern reiben beim Kauen am Zahn entlang und säubern so auch schwer erreichbare Stellen.
3. Wasserzugabe und Verdauung
Auch wenn ein „Brei“ optisch vielleicht weniger ansprechend wirkt: Eine
ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für die Nierenfunktion essentiell. Ein Einweichen des Futters oder, noch besser, die direkte Gabe von hochwertigem Nassfutter entlastet den Organismus, da dieser die Feuchtigkeit nicht erst mühsam aus dem eigenen Körpergewebe in den Verdauungstrakt ziehen muss.
4. Zusätzliche Pflege bei Zahnsteinneigung
Neigt ein Hund trotz guter Ernährung genetisch bedingt zu Zahnstein, hilft oft nur die direkte Pflege.
- Mechanisches Putzen:
Die Nutzung einer Fingerling-Zahnbürste oder weichen Kinderzahnbürste gilt als Goldstandard. Mehr Informationen und nützliche Tipps finden Sie im Artikel "Zahnstein entfernen und Zähne putzen beim Hund" - Mikrobiom-Unterstützung:
Zur natürlichen Balance der Maulflora kommen häufig Tropfen mit Effektiven Mikroorganismen (EM) oder spezielle Algenmischungen zum Einsatz, die das Anhaften von Belägen erschweren können und eine gesunde Mundflora fördern.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Der
Verzicht auf Wasser beim Trockenfutter ist für die Zahngesundheit nicht notwendig, da der Reinigungseffekt von Pellets ohnehin kaum vorhanden ist. Echte Zahnpflege erfolgt durch artgerechtes Kauen von natürlichen Fleischsnacks oder durch direkte Pflege.
Da er bisher Trockenfutter gewohnt ist, gehen wir die Umstellung am besten strategisch an. Hier ist der Hintergrund dazu:
1. Warum wir Trocken- und Nassfutter nicht in einer Schüssel mischen.
Trockenfutter und unser frisches Menü haben sehr unterschiedliche Verdauungszeiten.
- Trockenfutter benötigt länger (bis zu 8 Stunden), um aufgespalten zu werden, und entzieht dem Körper zunächst Flüssigkeit, um im Magen aufzuquellen.
- Hochwertiges Nassfutter wird – ähnlich wie Beutetiere in der Natur – zügig und effizient (etwa innerhalb 4 Stunden) verdaut.
Würde beides zeitgleich in einem Napf gemischt, könnte das zu Fehlgärungen,
Blähungen oder Bauchgrummeln führen – bildlich gesprochen entsteht ein „Stau“ im Darm, weil das langsam verdaute Trockenfutter das schnell verdaute Nassfutter blockiert.
2. Der sanfte Fahrplan für die Umstellung
Statt die Rationen zu mischen, hat sich bei vielen Welpen das Prinzip „Mahlzeit für Mahlzeit ersetzen“ bewährt. Ein guter Zeitraum sind ca. 7–10 Tage:
- Tage 1–3: Sie füttern das gewohnte Trockenfutter weiter, geben aber zwischendurch (mit 3–4 Stunden Abstand) einen kleinen Löffel des neuen Nassfutters als "Leckerchen". So lernt der Magen den neuen Reiz kennen.
- Tage 4–6: Sie ersetzen nun eine komplette Hauptmahlzeit (am besten abends, da der Körper in Ruhe gut
verdaut) durch unser Menü. Morgens gibt es weiterhin Trockenfutter. - Ab Tag 7: Wenn der Output gut aussieht, können Sie komplett umstellen.
3. Was Sie im "Output" erwarten können
Es ist völlig normal, wenn der Kot in der Umstellungsphase zeitweise etwas weicher ist, anders riecht oder häufiger abgesetzt wird. Das liegt daran, dass sich die Darmflora (auch Mikrobiom genannt)
erst anpassen muss. Die Bakterien, die für die Verwertung von stärkereichem Trockenfutter zuständig waren, werden nun durch solche ersetzt, die hochwertiges Protein und Fleisch verarbeiten. Etwaige
Besonderheiten beim Kot ist kein Krankheitszeichen, sondern ein Zeichen
dafür, dass der Darm anfängt, wieder "natürlich" zu arbeiten.
Sollten Sie bemerken, dass der Kleine sehr empfindlich reagiert, können Sie das Tempo jederzeit drosseln. Bei Labradoren ist der Appetit ja meist groß genug für jedes Experiment! ;-)
Hier ist unsere Orientierungshilfe für den Start:
1. Die empfohlene Futtermenge
Als Faustformel für hochwertige Nassnahrung ohne Füllstoffe gehen wir bei diesem Gewicht von ca. 300 bis 400 Gramm pro Tag aus.
- Der individuelle Faktor: Diese Spanne ist bewusst gewählt. Je nachdem, wie aktiv die Hündin ist und wie ihr Stoffwechsel arbeitet, kann der Bedarf variieren. Französische Bulldoggen sind oft sehr gute Futterverwerter, weshalb ich empfehle, eher im unteren Bereich (ca. 300–330 g) zu starten und zu beobachten.
- Unterschiedliche Sorten: Da wir reine Naturprodukte verwenden, schwankt der Energiegehalt je nach Sorte leicht. Ein Menü mit Ente oder Rind ist etwas gehaltvoller als beispielsweise Hirsch. Die genauen Richtwerte finden Sie auch immer transparent auf jeder Dose abgedruckt.
2. Die Erfolgskontrolle: Der Rippen-Test
Statt nach Grammzahlen zu gehen, ist der Blick auf den Hund das wichtigste Werkzeug.
- Der ideale Zustand: Die Rippen sollten beim Streicheln mit flacher Hand gut fühlbar, aber nicht sichtbar sein.
- Bei der Umstellung: Wiegen Sie Ihre Hündin am Tag der Umstellung und dann erneut nach etwa 2–3 Wochen. So sehen Sie objektiv, ob sich das Gewicht hält, und können die Menge ggf. um 10–20 % nach oben oder unten anpassen.
3. Tipp für den großen Hunger: Gemüse als "Füller"
Falls die Hündin zu den Exemplaren gehört, die gerne mehr fressen würden, als der Kalorienbedarf zulässt, habe ich einen gesunden Trick: Das Futter kann wunderbar mit gekochtem oder fein püriertem Gemüse (z.B. Zucchini, Karotten) "gestreckt" werden. Gemüse liefert Volumen und gesunde Faserstoffe, die sättigen, aber kaum Kalorien mitbringen. So ist der Bauch voll, ohne dass die Hüften breiter werden.
Schauen Sie dazu gerne auch in meinen Artikel mit weiteren Tipps zur frischen Ergänzung: "Hundefutter gesund und einfach selbst ergänzen"
