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1. April 2025Getreidefreies Trockenfutter: Wann ist es die richtige Wahl für Hunde?
Ein Großteil der Trockenfutterprodukte enthält Getreide. Dazu zählen unter anderem:
- Weizen: Wird in vielen Trockenfuttern als Hauptbestandteil verwendet. Häufiger Allergieauslöser.
- Mais: Häufige Kohlenhydrat- und Proteinquelle in Trockenfutter. Niedriger Nährstoffgehalt, schwer verdaulich. 80 bis 90 % der weltweit produzierten Maisernte sind gentechnisch verändert.
- Reis: Oft in sogenanntem „hypoallergenem“ Futter zu finden. Führt zu starkem Blutzuckeranstieg. Kann mit Schimmelpilzen belastet sein.
- Gerste: Glutenhaltig und für manche Hunde schwer verdaulich.
- Hafer: Nahezu glutenfrei, gehört jedoch ebenfalls zu den Getreidesorten.
- Roggen: Glutenhaltig, manchmal schwer verdaulich.
In getreidefreiem Trockenfutter werden stattdessen alternative Kohlenhydratquellen verwendet, wie
- Kartoffeln
- Süßkartoffeln
- Erbsen
- Linsen
- Kichererbsen
- und andere Hülsenfrüchte
Diese getreidefreien Zutaten liefern ebenfalls Energie und Proteine, ohne ein erhöhtes Risiko für Verdauungsprobleme, die bei einigen Hunden durch Getreide entstehen können.
Gleichzeitig liegt der Fokus bei der Zusammensetzung getreidefreier Sorten oft auf einem höheren Anteil an tierischen Proteinen, ergänzt durch Fette und pflanzliche Inhaltsstoffe. Diese alleine machen jedoch noch kein gesundes Futter aus.
Wirklich hochwertige Rezepturen, ob in Trocken- oder Nassfutter, enthalten ausschließlich natürliche Zutaten – für essentielle Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die zur allgemeinen Gesundheit des Hundes beitragen – sowie kein Fleisch aus Massentierhaltung.
Es ist wichtig, zu beachten, dass „getreidefreies Hundefutter“ nicht gleichbedeutend mit „kohlenhydratfrei“ ist. Viele Alternativzutaten enthalten ebenfalls Stärke, die als Energielieferant dient und im Körper zu Zucker umgewandelt wird. Daher sollte bei der Wahl eines getreidefreien Trockenfutters nicht nur auf das Fehlen von Getreide, sondern auch auf die Qualität der gesamten Rezeptur und einen niedrigen Kohlenhydratanteil geachtet werden.

Getreide im Hundefutter
Vorteile von getreidefreiem Trockenfutter
Getreidefreies Trockenfutter kann für viele Hunde eine vorteilhafte Ernährungsoption sein, insbesondere wenn Unverträglichkeiten oder Verdauungsprobleme bestehen. Einer der Hauptgründe, warum sich Hundehalter für getreidefreie Alternativen entscheiden, ist die bessere Verträglichkeit bei empfindlichen Hunden.
Für ernährungssensible Hunde
Manche Hunde reagieren empfindlich auf Getreide, was sich in Symptomen wie Blähungen, Durchfall oder Juckreiz äußern kann. Durch den Verzicht auf Weizen, Mais oder Gerste kann das Risiko solcher Beschwerden minimiert werden.
Bessere Verträglichkeit für allergische Hunde
Hunde mit einer diagnostizierten Getreideallergie oder Glutenunverträglichkeit profitieren besonders von getreidefreiem Futter. Diese Form der Ernährung reduziert potenzielle Auslöser von allergischen Reaktionen und kann Hautprobleme oder Verdauungsstörungen lindern.
Unterstützung der Verdauung
Einige Hunde haben Schwierigkeiten, Getreide zu verdauen, insbesondere wenn es in minderwertiger Form verarbeitet wurde. Hochwertige, getreidefreie Rezepturen mit leicht verdaulichen Kohlenhydratquellen wie Süßkartoffeln oder Hülsenfrüchten können die Magen-Darm-Gesundheit unterstützen und für eine bessere Nährstoffaufnahme sorgen.
Obwohl getreidefreies Trockenfutter viele Vorteile bieten kann, ist es nicht automatisch für jeden Hund die beste Wahl. Entscheidend sind die individuellen Bedürfnisse und die allgemeine Gesundheit des Hundes.
Wann ist getreidefreies Trockenfutter sinnvoll?
Ob ein Hund von getreidefreiem Trockenfutter profitiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht jeder Hund benötigt eine getreidefreie Ernährung, doch in bestimmten Fällen kann sie vorteilhaft sein.
Allergien und Unverträglichkeiten
Hunde, die auf Getreide allergisch reagieren oder eine Unverträglichkeit zeigen, können von einer getreidefreien Ernährung profitieren. Symptome wie Juckreiz, Hautirritationen, Ohrenentzündungen oder Magen-Darm-Probleme können Anzeichen für eine Unverträglichkeit sein. Eine gezielte Eliminationsdiät und anschließende Futterumstellung können helfen, diese Beschwerden zu reduzieren.
Unterstützung bei bestimmten Krankheiten
Bei einigen Erkrankungen kann getreidefreies Trockenfutter eine sinnvolle Wahl sein. Hunde mit Leishmaniose benötigen beispielsweise eine spezielle Ernährung mit reduzierten Purinwerten, die oft in getreidefreien Rezepturen zu finden ist. Auch bei chronischen Verdauungsproblemen kann der Verzicht auf Getreide eine Verbesserung bringen.
Aktive und sportliche Hunde
Hunde mit einem hohen Energiebedarf, wie sportlich aktive, sehr junge oder arbeitende Hunde, benötigen eine proteinreichere Ernährung. Getreidefreies Trockenfutter enthält häufig einen höheren Anteil an tierischen Proteinen, was für eine optimale Muskelversorgung und Regeneration wichtig sein kann.
Allerdings bedeutet „getreidefrei“ nicht automatisch „hochwertig“. Entscheidend ist, dass das Futter auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes abgestimmt ist und die richtigen Nährstoffe liefert.
Mögliche Nachteile und Missverständnisse
Obwohl getreidefreies Trockenfutter viele Vorteile haben kann, gibt es auch einige Missverständnisse und potenzielle Nachteile, die berücksichtigt werden sollten. Nicht jeder Hund benötigt eine getreidefreie Ernährung, und nicht jedes getreidefreie Futter ist automatisch hochwertig.
Hoher Proteingehalt: Risiko für bestimmte Hunde
Viele getreidefreie Futtersorten enthalten einen höheren Anteil an tierischen Proteinen. Während dies für aktive Hunde von Vorteil sein kann, kann ein übermäßiger Proteingehalt für Hunde mit bestimmten gesundheitlichen Problemen, wie Nierenerkrankungen oder Leishmaniose, eine zusätzliche Belastung darstellen.
Getreide ist nicht grundsätzlich schlecht
Ein häufiger Irrglaube ist, dass nur Getreide per se ungesund für Hunde sei. Vollkorngetreide wie Hafer oder Vollkornreis können (in Maßen) gut verdaulich sein und Nährstoffe liefern. In getreidefreiem Futter wird Getreide wird oft durch andere Kohlenhydratquellen wie Hülsenfrüchte ersetzt, die in großen Mengen ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen können.
Qualität der Alternativzutaten
Nicht alle getreidefreien Futtersorten sind automatisch besser. Manche Hersteller ersetzen Getreide durch minderwertige Füllstoffe oder übermäßige Mengen an Hülsenfrüchten. Es ist daher ratsam, nicht nur auf das Fehlen von Getreide, sondern auch auf die gesamte Zusammensetzung und die Qualität der Zutaten zu achten.
Ein bewusster Blick auf die Deklaration des Futters hilft dabei, eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen und mögliche Nachteile durch fehlende Nährstoffe zu vermeiden.
Fazit: Worauf bei der Wahl geachtet werden sollte
Getreidefreies Trockenfutter kann für viele Hunde eine sinnvolle Wahl sein, insbesondere wenn Allergien oder Verdauungsprobleme vorliegen. Allerdings ist es nicht automatisch besser als getreidehaltiges Futter – entscheidend ist die Qualität der gesamten Rezeptur und die individuellen Bedürfnisse des Hundes.
Hochwertige Zutaten sind entscheidend
Ob mit oder ohne Getreide: Die Qualität der verwendeten Rohstoffe spielt eine zentrale Rolle. Hochwertiges Fleisch, gesunde Fettquellen und ein geringer Anteil gut verdaulicher Kohlenhydrate sollten im Mittelpunkt der Fütterung stehen. Ein Blick auf die Deklaration hilft dabei, minderwertige Füllstoffe zu vermeiden.
Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen
Jeder Hund hat unterschiedliche Ernährungsanforderungen. Während Hunde mit Allergien oder sensibler Verdauung oft von getreidefreiem Futter profitieren, kann für andere Hunde ein ausgewogenes getreidehaltiges Futter ebenso gesund sein. Eine bedarfsgerechte Ernährung ist der Schlüssel zu einem gesunden Hundeleben.
Beratung durch Experten
Wer unsicher ist, ob getreidefreies Trockenfutter die richtige Wahl für seinen Hund ist, kann sich an einen Tierarzt oder Ernährungsexperten wenden. Eine professionelle Einschätzung kann helfen, die optimale Futterzusammensetzung für den individuellen Bedarf des Hundes zu finden.
Schlussendlich sollte nicht der Trend, sondern die Gesundheit des Hundes im Mittelpunkt stehen. Eine sorgfältige Auswahl hochwertiger Zutaten und eine auf den Hund abgestimmte Fütterung sind entscheidend für sein Wohlbefinden.