Zusammensetzung und Inhaltsstoffe von Hundefutter und Katzenfutter

Zusammensetzung, Inhaltsstoffe bzw. Zutaten eines Futters müssen, genau wie die Analysedaten (Feuchtigkeit, Protein, Fettgehalt, Rohasche und Rohfaser), vom Hersteller auf der Verpackung angegeben werden.

Leider schlüsseln viele Hersteller von Hunde- und Katzenfutter diese absichtlich nur sehr ungenau auf – gerade so, wie es das Gesetz erfordert, jedoch nicht genug, um erkennbar zu machen, was tatsächlich zum Einsatz kommt.

Stattdessen werden die Kunden durch vielversprechende Begriffe und auf “natürlich”, “hochwertig” oder “verspielt” getrimmtes Verpackungsdesign geblendet. Unter dem Deckmantel von Marketing-Aussagen wie “Premium-Futter”, “Lebensmittelqualität”, “Hoher Fleischanteil”, “naturbelassen” und vielem mehr kommen dann minderwertige, billige und möglicherweise gesundheitsschädliche Zutaten zum Einsatz.

Theoretisch könnte jeder Hersteller problemlos wirklich hochwertige Zutaten verwenden und diese auch voll und exakt deklarieren – etwa “Muskelfleisch”, “Rinderleber von Tieren aus Freilandhaltung” oder ähnliches. Diese Zutaten sind jedoch aufgrund ihrer Qualität teuer – und daher für Unternehmen, die allein auf ihre Gewinnmaximierung ausgerichtet sind, offenbar nicht geeignet.

Klarheit bei Futterzutaten, Zusammensetzung und Inhaltsstoffen

Die tatsächlichen Zutaten eines Nahrungsmittels sollten eigentlich für den Käufer exakt erkennbar sein. Leider haben Futterhersteller jedoch die Möglichkeit, unklare, ungenaue und oft irreführende Begriffe zu verwenden – wie weiter unten klar wird.

Durch eindeutige Informationen und Zitate aus gesetzlichen Vorschriften soll auf dieser Seite eindeutig verständlich gemacht werden, welche Bezeichnungen wofür stehen.

Anteile der Zutaten in Katzen- und Hundefutter

Auf der Verpackung jedes Futters müssen alle Zutaten in absteigender Reihenfolge (gemäß ihres prozentualen Anteils) deklariert werden. Das bedeutet: Die zuerst genannte Zutat hat den größten Anteil, die zuletzt genannte den kleinsten.

Verwendete Begriffe

Hier werden zwar einerseits alltägliche Begriffe verwendet – wie etwa “Karotten”. Andererseits kommen jedoch sehr häufig auch weniger eindeutige Bezeichnungen zum Einsatz – wie etwa “tierische Nebenerzeugnisse” oder “Fett”.

Auch viele nur auf den ersten Blick eindeutige Bezeichnungen dürfen verwendet werden – wie etwa “Rind” (was keineswegs bedeutet, dass es sich tatsächlich um Fleisch vom Rind handelt).

Im Folgenden die am häufigsten verwendeten Begriffe und ihre Definitionen.

Definition “Tierische Nebenprodukte” / “Tierische Nebenerzeugnisse”

Alle vom Tier stammenden Reststoffe, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind, sind tierische Nebenprodukte. (…) Die tierischen Nebenprodukte werden nach dem Grad der von ihnen ausgehenden Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier in drei Risikokategorien eingeteilt, die demzufolge unterschiedlich zu verarbeiten bzw. zu entsorgen sind.”

Für Tiernahrung dürfen  Tierische Nebenprodukte der Kategorie 3 (sog. “Material mit einem geringen Risiko”) verwendet werden – oft auch schlicht “Kategorie 3 Material” genannt – siehe unten.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

 

Tierische Nebenprodukte werden definiert als ganze Tierkörper, Tierkörperteile oder Erzeugnisse tierischen Ursprungs, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, einschließlich Eizellen, Embryonen und Samen. Es handelt sich dabei um mehr als 15 Millionen Tonnen Fleisch, Milcherzeugnisse und andere Erzeugnisse einschließlich Gülle. Dieses Material wird dann vernichtet oder verarbeitet und in vielen Bereichen einschließlich der Kosmetik- oder Pharmaindustrie sowie zu anderen technischen Zwecken wieder verwendet.

Quelle: Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte | Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3. Oktober 2002 | EUR-Lex | Europäische Rechtsdatenbank)

 

Tierische Nebenprodukte“ sind “ganze Tierkörper oder Teile von Tieren oder Erzeugnisse tierischen Ursprungs beziehungs­weise andere von Tieren gewonnene Erzeugnisse, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, einschließlich Eizellen, Embryonen und Samen”

Die Vorschriften der vorliegenden Verordnung über tieri­sche Nebenprodukte sollten für Produkte gelten, die gemäß den Gemeinschaftsvorschriften nicht für den menschlichen Verzehr verwendet werden dürfen, insbesondere Produkte, die nicht den Vorschriften über Lebensmittelhygiene ent­sprechen oder nicht als Lebensmittel in Verkehr gebracht werden dürfen, da sie bedenklich sind, entweder weil sie gesundheitsschädlich oder für den menschlichen Verzehr ungeeignet sind (tierische Nebenprodukte kraft Gesetzes).”

Quelle:  Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates

 

Definition “Nebenprodukte der Kategorie 3”

  • “Schlachtkörperteile und Teile von genusstauglichen Tieren, wenn sie aus wirtschaftlichen Gründen nicht zum menschlichen Verzehr verwendet werden, sowie nach den Gemeinschaftsvorschriften als untauglich zurückgewiesen wurden, jedoch keine Anzeichen auf Mensch oder Tier übertragbare Krankheiten aufwiesen. Dazu gehören Geflügelköpfe, Häute und Felle, Hörner und Füße, Schweineborsten, Federn und Blut,
  • Materialen von Wasser-, Weich- und Krebstieren, wirbellosen Tieren, Brüterei- und Ei-Nebenprodukten, Eier, getötete Eintagsküken, sofern keine Anzeichen von auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheiten vorliegen,
  • Teile von lebenden Tieren wie zum Beispiel Blut, Wolle, Federn, Haare und Rohmilch
  • ehemalige tierische Lebensmittel, sowie
  • tierische Nebenprodukte, die bei der Gewinnung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen anfallen und Küchen- und Speiseabfälle, mit Ausnahme derer von international eingesetzten Verkehrsmitteln”

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

 

Material der Kategorie 3 umfasst folgende tierische Nebenprodukte:

a) Schlachtkörper und Teile von geschlachteten Tieren oder im Fall von getötetem Wild, ganze Körper oder Teile von toten Tieren, die gemäß den Gemeinschaftsvorschriften genuss­tauglich, jedoch aus kommerziellen Gründen nicht dafür bestimmt sind;

b) Schlachtkörper und folgende Teile, die entweder von Tieren stammen, die in einem Schlachthof geschlachtet und nach einer Schlachttieruntersuchung als zum menschlichen Ver­zehr schlachttauglich eingestuft wurden oder ganze Körper und die folgenden Tierteile, die von Wild stammen, das gemäß den Gemeinschaftsvorschriften zum menschlichen Verzehr getötet wurde:

i) Schlachtkörper oder ganze Körper und Teile von Tieren, die gemäß den Gemeinschaftsvorschriften als genuss­untauglich zurückgewiesen wurden, jedoch keine Anzei­chen von auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheiten aufwiesen;

ii) Geflügelköpfe;

iii) Häute und Felle, einschließlich Zuputzabschnitte und Spalt; Hörner und Füße, einschließlich Zehenknochen sowie Carpus und Metacarpusknochen, Tarsus und Metatarsusknochen von—anderen Tieren als Wiederkäuern, die auf TSE getes­tet werden müssen, sowie —Wiederkäuern, die gemäß Artikel 6 Absatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 999/2001 mit negativem Ergebnis getestet wurden;

iv) Schweinsborsten;

v) Federn;

c) tierische Nebenprodukte von Geflügel und Hasenartigen, die gemäß Artikel 1 Absatz 3 Buchstabe d der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 in einem landwirtschaftlichen Betrieb geschlachtet wurden, die keine Anzeichen von auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheiten aufwiesen;

d) Blut von Tieren, die keine Anzeichen einer durch Blut auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheit aufwiesen, von den folgenden Tieren, die in einem Schlachthof geschlachtet wurden nachdem sie nach einer Schlachttieruntersuchung gemäß den Gemeinschaftsvorschriften als zum menschlichen Verzehr schlachttauglich eingestuft wurden: (…)

e) tierische Nebenprodukte, die bei der Gewinnung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen angefallen sind, einschließlich entfetteter Knochen und Grieben und Zentrifugen- oder Separatorenschlamm aus der Milchverarbeitung;

f) Erzeugnisse tierischen Ursprungs oder Lebensmittel, die Pro­dukte tierischen Ursprungs enthalten, die nicht mehr zum menschlichen Verzehr aus kommerziellen Gründen oder auf­grund von Herstellungs- oder Verpackungsmängeln oder Mängeln, von denen keine Gefahr für die Gesundheit von Mensch oder Tier ausgeht, bestimmt sind;

g) Heimtierfutter und Futtermittel tierischen Ursprungs oder Futtermittel, die tierische Nebenprodukte oder Folgeprodukte enthalten, die aus kommerziellen Gründen oder aufgrund von Herstellungs- oder Verpackungsmängeln oder anderen Mängeln, von denen keine Gefahr für die Gesundheit von Mensch oder Tier ausgeht, nicht mehr für die Fütterung bestimmt sind;

h) Blut, Plazenta, Wolle, Federn, Haare, Hörner, Abfall vom Huf­ausschnitt und Rohmilch von lebenden Tieren, die keine Anzeichen von durch dieses Produkt auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheiten aufwiesen;

(…)

k) folgendes Material von Tieren, die keine Anzeichen von durch dieses Material auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheiten aufwiesen:

i) Schalen von Weich- und Krebstieren mit weichem Gewebe oder Fleisch;

ii) folgendes Material von Landtieren:—Brütereinebenprodukte, —Eier, —Ei-Nebenprodukte, einschließlich Eierschalen,

iii) aus kommerziellen Gründen getötete Eintagsküken;

(…)

o) Fettgewebe von Tieren, die keine Anzeichen einer durch die­ses Material auf Mensch oder Tier übertragbaren Krankheit aufwiesen, die in einem Schlachthof geschlachtet wurden und die nach einer Schlachttieruntersuchung gemäß den Gemeinschaftsvorschriften als zum menschlichen Verzehr schlachttauglich eingestuft wurden;

p) andere Küchen- und Speiseabfälle als die in Artikel 8 Buch­stabe f genannten.”

Quelle:  Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates | Artikel 10

 

Vorschriften zur Verwendung von Material der Kategorie 3

Material der Kategorie 3 ist

d) (…) zu verwenden

(…)

iii) zur Herstellung von Heimtierfutter, das gemäß Artikel 35 in Verkehr gebracht werden soll oder

iv) zur Herstellung organischer Düngemittel oder Bodenverbesserungsmittel, die gemäß Artikel 32 in Verkehr zu bringen sind;

e) zur Produktion von rohem Heimtierfutter, das gemäß Artikel 35 in Verkehr gebracht werden soll;

Quelle:  Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates | Artikel 14

 

Guten Appetit…