10 Tipps für purinarmes Hundefutter – bei Leishmaniose, für Dalmatiner & Co.

10 Tipps für purinarmes Hundefutter – bei Leishmaniose, für Dalmatiner & Co.

Purine im Hundefutter

Purine zählen zu den Eiweißen und werden über die Nahrung aufgenommen. Im gesunden Organismus werden sie umgewandelt und über die Harnwege ausgeschieden. Dies trifft jedoch nicht auf alle Hunde zu:

  • Bei bestimmten Rassen (Dalmatiner, Bulldoggen u. a.) ist dieser Vorgang gestört, Purine werden nicht richtig abgebaut und lagern sich in den Harnwegen ab
  • Bei an Leismaniose erkrankten Hunden ernähren sich die Erreger von Purinen und können sich so vermehren und die Erkrankung stark verschlimmern
  • Bei medikamentöser Behandlung der Leishmaniose ist der Abbau der Purine blockiert – und diese lagern sich wiederum in den Harnwegen ab

Ihr Organismus wird also durch eine purinreiche Nahrung belastet.

Manche Hunden können Purine – aufgrund genetischer Disposition oder von Krankheiten – nicht oder nur schlecht abbauen. So entsteht vermehrt Harnsäure, die in sich im Harntrakt (Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre) zu Harnsteinen kristallisieren und schwere Nieren- und Blasenprobleme verursachen kann.

Glücklicherweise gibt es einige Möglichkeiten, auch diese Hunde gesund zu halten bzw. die Auswirkungen der Erkrankung stark zu reduzieren: Über ihre Ernährung.
Das Befolgen nur weniger Regeln erhöht ihre Chancen auf ein langes, gesundes Leben, frei von Schmerzen, Medikamenten oder Operationen, immens.

Die Kurzzusammenfassung – Tipps für Hunde mit purin-induzierten Problemen

  1. Nur hochwertiges Eiweiß aus purinarmen Quellen – reines Muskelfleisch und pflanzliche Eiweißquellen – und viel Gemüse
  2. Vegetarische Mahlzeiten zur Abwechslung
  3. Keine Zutaten, die große Mengen Purine enthalten (insbesondere Innereien, Haut und Sehnen)
  4. Keinerlei tierische Nebenprodukte oder undefinierbare Zutaten (die Bezeichung “Huhn” oder “Rind” auf einem Etikett kann alles von diesem Tier sein – insbesondere o.g. purinhaltige Stoffe)
  5. Viel Gemüse – evtl. enthaltene Purine sind, bei gleichem Gehalt, erheblich besser verträglich als solche aus Fleisch
  6. Viel Trinkwasser, um die Harnwege gut zu spülen
  7. Viel Bewegung und regelmäßiger Auslauf, um die Verdauung anzukurbeln
  8. Verzicht auf den Organismus belastende Impfungen
  9. Verzicht auf synthetische Zusatzstoffe (künstliche Vitaminzusätze im Futter etc.)
  10. Verzicht auf Medikamente, welche die Organe belasten (Antibiotika, Cortison, etc.)

Leishmaniose

Vorkommen der Leishmaniose

Leishmaniose ist eine Erkrankung, die durch Leishmanien hervorgerufen wird – Blutparasiten, die durch den Stich von Sandmücken in den Hundeorganismus gelangen und sich dort vermehren. Bei der Leishmaniose handelt sich um eine Zoonose – eine Krankheit, die auch auf den Menschen übertragen werden kann.

Hauptsächliches Verbreitungsgebiet der Leishmaniose sind besonders warme und tropische Gebiete in Europa, Asien und Südamerika.

Sie zählt zu den sog. Mittelmeerkrankheiten, da sie im gesamten Mittelmeerraum, von Portugal bis Griechenland, bei Hunden weit verbreitet ist. Auf der Insel Mallorca etwa liegt die Durchseuchungsrate, also der Prozentsatz infizierter Hunde, bei über 60%, auf Sizilien bei über 80%. Dies war für mich einmal der ausschlaggebende Grund, nicht nach Mallorca zu ziehen – denn ich wollte meine Hunde, nach dem sie seit Jahren so gesund und glücklich sind, nicht dieser großen Gefahr aussetzen, nur um am Meer leben zu können. Aber ich schweife ab 😉

Grund für die weite Verbreitung in diesen Gefilden sind die dort idealen Lebensbedingungen für den Überträger der Leishmanien, die Sandmücke. Bedingt durch den Klimawandel sowie die erhöhte Reisetätigkeit der Menschen wurden jedoch auch in Deutschland bereits Sandmücken nachgewiesen.

Sandmücken – die Überträger der Leishmaniose

Sandmücken leben in Gebieten mit hoher Temperatur und hoher Bodenfeuchtigkeit – jedoch nicht unbedingt, wie der Name vermuten lassen könnte, am Strand. Die für sie ideale Umgebung sind feuchte Böden, Sümpfe, Komposthaufen, Tierställe oder Nagetierbauten.

Theoretisch ist ihre Verbreitung von der Durchschnittstemperatur einer Region abhängig – ihr Lebensraum sollte sich daher von der Mittelmeerregion bis max. nach Süddeutschland erstrecken. Jedoch wurden Sie auch bereits auf der Insel Jersey, rund 150 km vor Großbritannien, nachgewiesen.

Sandmücken sind zwischen Mai und Oktober anzutreffen, die letzte Generation überwintert.

Übertragung in den Abendstunden

Sandmücken sind nachtaktiv zwischen Sonnenuntergang und Morgengrauen. In dieser Zeit registrieren Sie warme Hundekörper und lassen sich auf ruhenden Hunden nieder, um sie zu stechen. Ein kurzer Abendspaziergang in ständiger Bewegung wäre also möglich, ein längeres Ablegen des Hundes im Freien jedoch gefährlich.

Ist ein Hund infiziert, beträgt die Inkubationszeit bis zum Ausbrechen der Krankheit im Normalfall zwischen 3 und 18 Monaten – in seltenen Fällen auch bis zu mehreren Jahren.

Folgen der Leishmaniose im Hunde-Organismus

Nicht jeder Hund, bei dem der Leishmanien-Test positiv ausfällt, muss auch tatsächlich Symptome zeigen – denn der Organismus ist in der Lage, die Krankheit in Schach zu halten!

Auch ist mittlerweile bei erkrankten Hunden eine medikamentöse Behandlung sowie eine Behandlung über eine durchdachte, hochwertige Ernährung möglich – welche langfristig ein nahezu symptomfreies Leben ermöglichen können.

Häufigste Symptome der Leishmaniose

  • Fellausfall, besonders im Bereich der Augen und Schnauze
  • Entzündungen der Haut an Beinen und Kopf
  • Gewichtsverlust
  • lange und brüchige Krallen
  • Schädigung von Leber, Niere und Darm

Behandlung der Leishmaniose

Leishmanien können sich, vereinfacht gesagt, nur bei Vorhandensein von Purinen vermehren.

Durch Medikamente, wie etwa das für die Behandlung von Leishmaniose bekannte Mittel Allopurinol, wird der Purin-Stoffwechsel der Leishmanien gestört und die Purin-Synthese aus der Nahrung gehemmt. Somit fehlt den Leishmanien ein essentieller Stoff für ihre Vermehrung.

Gleichzeitig hemmt das Medikament jedoch auch den Abbau von Purinen im Körper. Dadurch werden die Harnwege des Hundes teilweise stark belastet, und Nieren- sowie Blasensteine können sich bilden.

Eine ideale Behandlung beinhaltet insbesondere eine purinbewusste Ernährung.

Hierdurch lässt sich die Belastung der Harnwege oftmals so weit reduzieren, dass eine Medikamentengabe nur noch eingeschränkt oder möglicherweise überhaupt nicht mehr nötig ist!

Daher sollten die unten genannten Tipps bereits zu einer erheblichen Verbesserung der Gesundheit führen.

 

Purine im Futter bei Dalmatinern, Bulldoggen und Co.

Purine sind Teil jeder Zelle, sie kommen in den Zellkernen vor. Daher sind Lebensmittel, die viele Zellen enthalten (wie Haut und Organe, aber auch Körner und Samen), reich an Purinen.

Besonders reich an Purinen ist die Haut von Fisch und Fleisch, Innereien wie Bries, Nieren und Leber, Hülsenfrüchten wie Bohnen, Erbsen, Kichererbsen und Sojabohnen, Getreidekörner, Getreideflocken und einige Nüsse.

Gestörter Purinstoffwechsel

Durch den Abbau von Purinen aus der Nahrung entsteht immer Harnsäure – bei gesunden Hunden ebenso wie bei Hunden mit Krankheiten oder genetischen Besonderheiten.

Einige Hunderassen bilden jedoch die zum Abbau der Harnkristalle notwendigen Enzyme nicht. Im Normalfall würde die Harnsäure vom Organismus weiter aufgespalten und anschließend einfach über den Urin ausgeschieden.

Durch die vererbte Enzymfehlfunktion entstehen jedoch vermehrt Harnsäurekristalle in den Harnwegen, die dort zu Harnsteinen oder langfristig auch zu einem kompletten Verschluss führen können.

Puringehalt im Vergleich

Puringehalt verschiedener Lebensmittel

Puringehalt unserer Alpha Natural Menüs

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